Nach einer Fahrt im Transporter klingt kaum ein Klavier noch so wie vorher. Dieser Beitrag zum Thema „Klaviertransport in Calw“ erklärt, was nach der Ankunft mit der Stimmung passiert, wann ein Fachmann ran muss und was du selbst vorbereiten kannst.
Warum verstimmt sich ein Klavier beim Umzug?
Ein Klavier steht unter enormer Saitenspannung, und das Holz des Resonanzbodens reagiert auf jede Veränderung der Umgebung. Auf dem Weg von der alten in die neue Wohnung wird das Instrument gekippt, getragen und durchgerüttelt, außerdem wechseln Kälte, Wärme und Luftfeuchte. Gerade in Calw, wo im Nagoldtal die Temperaturen im Winter spürbar sinken, ist der Kontrast zwischen Transporter und beheiztem Wohnzimmer oft groß.
Bleibt die Verstimmung unbehandelt, klingen Akkorde schief, und das Spielen macht keinen Spaß mehr. Auf Dauer können sich die Saiten ungleichmäßig dehnen. Plane deshalb nach dem Einzug einen Termin bei einem ausgebildeten Klavierstimmer in der Region ein, der zugleich kleine Mängel an Mechanik und Dämpfung erkennt.
Selbst stimmen oder stimmen lassen?
Ehrlich gesagt ist das Stimmen eines Klaviers Handwerk, das Gehör und viel Routine verlangt. Wer es trotzdem probieren will, braucht ein Stimmgerät, eine Stimmgabel und einen passenden Stimmhammer. Ein falscher Dreh am Wirbel kann eine Saite reißen lassen, und das wird schnell teurer als der Besuch eines Profis.
Warte zuerst einige Tage, bis das Instrument die Raumtemperatur angenommen hat und gerade auf festem, ebenem Boden steht. Erst dann lohnt sich das Nachziehen der Saiten. Stimmst du zu früh, verändert sich die Tonhöhe kurz darauf wieder, weil das Holz noch arbeitet.
Welches Werkzeug gehört dazu?
Die Grundausstattung besteht aus wenigen Teilen. Ein Stimmgerät, ob elektronisch oder mechanisch, zeigt die Abweichung vom Sollton an. Mit der Stimmgabel legst du den Kammerton fest, an dem sich alle anderen Saiten orientieren.
Der Stimmhammer dient zum Drehen der Wirbel und damit zum Spannen oder Lockern der Saiten. Dazu kommen Filzstreifen, die benachbarte Saiten abdämpfen, damit beim Stimmen einzelner Chöre keine störenden Obertöne mitschwingen. Ohne dieses Zubehör bleibt das Ergebnis ungenau.
Was tun, wenn die Mechanik hakt?
Klemmt nach dem Auspacken eine Taste oder bleibt ein Hammer hängen, bewahre erst einmal die Ruhe. Schrauben lösen oder die Mechanik ausbauen solltest du nicht, wenn du mit dem Innenleben nicht vertraut bist. Dabei entstehen leicht Folgeschäden, die später aufwendig zu beheben sind.
Ruf stattdessen einen Klavierbauer an und beschreibe, was dir auffällt. Meist lässt sich ein Fehler durch Regulieren der Mechanik beheben. Mach vorher Fotos vom Zustand, falls du den Schaden dem Transport zuordnen und Fragen zur Haftung klären willst.
Wie lange sollte man nach dem Transport warten?
Die meisten Klavierbauer raten, das Instrument nach dem Transport zwei bis vier Wochen stehen zu lassen, bevor die erste gründliche Stimmung erfolgt. Erst dann hat sich das Holz an Temperatur und Luftfeuchte der neuen Umgebung angepasst. Eine Stimmung direkt nach dem Einzug wäre schnell wieder dahin, weil sich die Spannung der Saiten noch verschiebt.
Stelle das Klavier nicht neben Heizkörper, Kamin oder ein Fenster mit direkter Sonne und halte die Raumluft möglichst gleichmäßig. Ein Hygrometer im Zimmer zeigt, ob die Luft zu trocken oder zu feucht ist. Gerade im Schwarzwald-Vorland, wo die Winter kühl und die Heizperioden lang sind, trocknet die Luft in Wohnräumen schnell aus, und das schadet dem Holz. Auf Wunsch kann man im Instrument ein Luftbefeuchtungssystem nachrüsten lassen, das der Klavierbauer berät und einbaut.
Plane außerdem den Termin beim Stimmer rechtzeitig, denn gefragte Fachleute haben oft Wartezeiten von mehreren Wochen. Sage bei der Anmeldung dazu, dass das Instrument gerade umgezogen ist, damit der Stimmer genug Zeit einplant und gegebenenfalls zwei Durchgänge vorsieht. Beim zweiten Termin, einige Wochen später, halten die Saiten die Tonhöhe dann deutlich besser.
Fazit – so bringst du das Klavier nach dem Umzug wieder in Form
Lass dem Instrument nach dem Aufstellen ein paar Tage Zeit zum Akklimatisieren, sorge für eine gleichmäßige Raumtemperatur und beauftrage dann einen Klavierstimmer. Kleine Verstimmungen sind nach einem Transport normal und kein Zeichen für schlechte Arbeit.
Wer selbst nachstimmen möchte, geht langsam vor, spannt die Saiten nie ruckartig und prüft am Ende jede Oktave noch einmal. Im Zweifel ist der Fachmann die sichere Wahl. So bleibt dir dein Klavier lange erhalten, ganz gleich, ob es in der Altstadt oder in einem Ortsteil wie Hirsau neu steht.